Was versteht man unter Angiologie?

Die Angiologie entwickelte sich als Spezialfach aus der Inneren Medizin und befasst sich mit der Erkrankung von Arterien, Venen und Lymphgefässen.

Arterienerkrankungen:

Die häufigste Arterienerkrankung ist die sogenannte Schaufensterkrankheit. Dabei werden durch Ablagerungen in den Arterien die Gefässe "verstopft". Die mangelnde Durchblutung führt dann z. B. in den Beinen zu derartigen Schmerzen, dass man stehen bleiben muss (daher "Schaufensterkrankheit"). Heute vermögen wir mit Medikamenten, Gehtraining, Behandlung der zugrunde liegenden Krankheiten und radiologischen Interventionen viele dieser Verengungen und Gefässverschlüsse wieder zu beheben. In speziellen Fällen muss allerdings die arterielle Strombahn vom Gefässchirurgen wiederhergestellt werden.

Schaufensterkrankheit
Schaufensterkrankheit
Arterienverengung
Arterienverengung (="Stenose")

Venenerkrankungen:

Die häufigsten Venenerkrankungen sind die sogenannten "Krampfadern". Durch Erweiterung der Venen funktionieren die darin enthaltenen Klappen nicht mehr, das Blut fliesst statt zum Herzen zurück ins Bein und führt zu Stauung, Schmerzen und manchmal sogar zu einem offenen Bein. Die Therapie dieser Varikose ist heutzutage einfacher geworden, durch Verwendung minimal-invasiver Techniken können Operationen zum Teil sogar ambulant durchgeführt werden. Unser Ziel ist es, mit möglichst wenigen Eingriffen ein optimales funktionelles und ästhetisches Resultat zu erreichen.

Krampfadern
"Krampfadern"
Offenes Bein
"Offenes Bein"

Eine häufige Venenerkrankung ist auch die Thrombose der tiefen Venen, die Verstopfung der Venen durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Diese führt zu einer Abflussbehinderung des Bluts und in der Folge zu einer Anschwellung (Oedem) des betroffenen Beins. Als gefürchtete Komplikation kann eine Lungenembolie auftreten. Daher ist eine unverzügliche Diagnosestellung meist mit Ultraschall durch einen erfahrenen Untersucher und - falls notwendig - eine sofortige Blutverdünnung sehr wichtig.

Lymphgefässe:

Die Erkrankung von Lymphgefässen tritt häufig im Rahmen von entzündlichen Prozessen, nach Tumorchirurgie und Nachbestrahlung auf. Durch die Verklebung von Lymphbahnen kommt es zu Lymphstauungen und ihren Folgezuständen (Lymphödem oder sogenanntes "Elefantenbein"). Es gibt aber auch viele Patienten/innen, welche ohne die oben erwähnten Erkrankungen an einem Lymphödem leiden; in diesem Fall kann es sich um eine Veranlagung zu Lymphödem handeln. In den meisten Fällen gelingt es durch eine rechtzeitige Diagnose und Einleitung entsprechender Behandlungen (meistens Physiotherapie und Lymphdrainage) Abhilfe zu schaffen. Leider ist es bis jetzt nicht möglich, ein Lymphödem wieder vollständig rückgängig zu machen. Wichtig ist auch bei dieser Krankheit die enge Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Gefässspezialist und einem in Lymphdrainage geschulten Therapeuten.

Lymphödem des Armes
Lymphödem des Armes

zum Seitenanfang